Pro Service Public in der Medizin?

Seit vor wenigen Jahrzehnten aus der Krankenbetreuung ein Gesundheitswesen geworden ist und dem System verordnet wurde, nach den Regeln des Marktes zu funktionieren, haben wir den Salat; bzw. das Problem, dass um die Gesundheit, die man ja bekanntlich für Geld nicht kaufen kann, eine Industrie aufgebaut wurde, die für Investoren rentiert, die öffentliche Hand aber zunehmend unbezahlbar wird.

Hier die Stellungnahme meines früheren Chefs und Lehrers:

Pro Service public

Einzeltutoriat

Das Einzeltutoriat ist gemeint als 1:1 Ausbildung von angehenden Ärzten, so wie das im alten Griechenland zwischen Lehrer (z.B. Hippokrates (Arzt) oder Sokrates (Philosoph) gemacht wurde) und Lernendem gemacht wurde. Die Lehrer fragen so lange, bis die Studenten eine Antwort wissen oder eine Lösung des Problems vorschlagen. So lernen sie, selber Fragen zu stellen, üben den Perspektivenwechsel und üben, mit den einfachsten Mitteln einer Hausarztpraxis (die durch Präzisierung von Fragestellungen optimal eingesetzt werden können) richtig und effizient Diagnosen zu stellen

Am 19.9.16 hat das neue Semester/ Studienjahr an der Uni Basel begonnen!      Für das 4. Studienjahr in Humanmedizin hat sich bei uns eine Tessinerin (mit Grossmutter mütterlicherseits aus Dornach) gemeldet. Sie wird Frau Kulpowicz und mich jeweils am Dienstag Nachmittag in unserer Hausarztpraxis begleiten.

Name und Foti und weitere Kommentare dazu ab 10.10.16. Auf diesem Blog!

 

Die Lüge im Sprechzimmer

 

Die Lüge im Sprechzimmer

dies der Titel meiner CAS Arbeit in Medizin und Philosophie (August 2012).

Schlussfolgerung:

es wäre zwar wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich (i.e. am billigsten und erst noch zeitsparend), Patienten bezüglich einer ungünstigen Prognose anzulügen. Doch aus Pflichtgefühl der kranken Person gegenüber, gebührt dem ganzen Menschen (und dazu gehört auch sein Schicksal) Respekt. ER muss entscheiden, wie er mit seinem Lebensende umgehen will und er soll darüber sprechen dürfen, sich und uns seine ganz eigene Lebensgeschichte erzählen. Deshalb habe ich entschieden, jede konsequentialistische Ethik, die sich nur am Nutzen in Zahlen orientiert (und für eine effiziente Wirtschaft wohl wichtig sein mag) für Heilberufe strikt abzulehnen. Der Markt soll und darf im Krankheitsfall keine Rolle spielen. Denn wir haben uns in unseren westlichen Gesellschaften darauf geeinigt, dass der, welcher Hilfe braucht, diese auch bekommen soll. Wenn es nur um den Irrwitz einer maximalen Gesundheits-, sive Schönheitsoptimierung geht, ist das natürlich eine andere Sache. Aber Gesundheit und Krankheit haben ja nur ein gemeinsames Objekt: den biologischen Körper mit seiner Anatomie, Physiologie und Biochemie.