Über mich

Das Neueste zuerst:

IMG_0666

Am 23.6.2015 hatte mich mein ältester Sohn, Stephan Schmid, zur Grossmutter gemacht. Der Grossvater von Jannis, der bereits 1990 gestorben ist, hiess Franz Kaufmann. Schön, hat sein Enkel nun auch einen seiner Vornamen.

Jannis Lurin Franz, Freiherr von Gall

 

 

Nach 34 Jahren, während derer ich immer 50% als Ärztin arbeitete (was 40 – 50 Stundenwochen Berufsausübung hiess; früher – heute sind 50 Std./ Woche ja bekanntlich für die jungen Ärzte fulltime) und mich zudem sehr für unsere vielen Familienverpflichungen (ab 1990 moi toute seule) engagierte – damals lebten Jannis‘ Urgrosseltern noch –  habe ich seit Mitte 2015 nur noch Grossmutterrechte, Haus, Garten und meine eigene Hausarztpraxis in Arlesheim.

Meine Kinder sind alle erwachsen, wohnen nicht mehr daheim. Durch eine gemeinsame Familienkultur, ein jahrelanges Zusammenleben und unsere Schicksale und Gene geteilt habend, verbindet uns sehr vieles. Für meine Kinder und Enkel wünsche ich eine farbige, friedliche Welt, in der jeder ein paar seiner besten Begabungen verwirklichen kann, zum Nutzen aller. Dankbarkeit für das Gegebene, Verantwortung beim Umgang mit dem Machbaren.

Für meine Patienten und mich, sowie mein haus-ärztliches Umfeld in Praxis und Altersheimen, wünsche ich mir das Vertrauen meiner Patienten und dass mir weiterhin unendlich viel symbolisches Kapital (wie der Philosoph und Soziologe Pierre Bourdieu -*1930, +2002- definierte) zuerkannt wird.

Gerne möchte ich hier über verschiedenen Formen von Moral diskutieren. Leider ist Gott offizialiter tot. Inoffiziell gibt ER, der Vater im Himmel, noch den meisten meiner alten und uralten (>100 jährigen) Patienten Trost und Zuversicht. Auch mir vermittelt ein Vaterbild, ein Pater omnia, das Gefühl des Aufgehobenseins, was auch immer in dieser chaotischen, unberechen- und undurchschaubaren Welt passiert.

Aufgehoben heisst: nicht alles immer selber entscheiden zu müssen – zur Selbstbestimmung verdammt; es bedeutet, dass ich in allem, was ich erlebe, einen Sinn erwarte – und diesen meistens auch bald, sicher immer nach Jahren, finde. Weil auch ich mir und meinen Freunden meine Lebensgeschichte immer wieder neu erzähle, so lange bis sie rund und stimmig ist – eben einen Sinn hat.

 

 

 

Dr. Beatrice Kaufmann